Auf der ersten Reise in den hohen Norden kam ich schon in den Genuss eines zugeschwollenen Auges und das war alles andere als prickelnd! Ich hatte den Eindruck, die Moskitos sind dort aggressiver als bei uns – vielleicht wissen sie aber einfach besser, wohin sie stechen müssen.
Von vielen Reisen in die Camargue kann ich nur raten, eine kluge Mischung aus Mückenschutz von zu Hause und Mückenschutz, den man direkt im Land kauft, zu bunkern. Manchmal scheint es, dass das „Fremde“ besser nützt, manchmal müssen die Mittel her, die die Einheimischen verwenden. Ich nehme also ein Depot an Mückensprays, Cremes und Gels mit, auch etwas gegen das Jucken, wenn es mich mal erwischt und Kühlbeutel, falls wieder das Auge dran ist. Zusätzlich kaufe ich dann vor Ort ein.
Was helfen soll, ist die Einnahme von Vitamin B1. Und natürlich rauchen 😉 Leider bin ich mittlerweile Nichtraucher, darum nehmen wir auch immer Moskitospiralen mit, die beim draußen sitzen angezündet werden. Moskitonetze sich auch immer an Bord. Trotzdem ist all das keine Gewähr, dass man nicht von einem Moskitoschwarm überfallen wird, vor allem, wenn man zu jenem Personenkreis zählt, der eine magische Wirkung auf diese Insekten zu haben scheint. In diesem Fall gibt es auch noch einen Tipp, den mir eine sehr nette Dame in Norwegen gegeben hat: möglichst viel am Meer campen und nicht an einem See. Moskitos brüten in Süßwasser. Am Salzwasser sind sie nicht, zusätzlich sorgt die stete Meeresbrise dafür, dass sie nicht so einfach Platz nehmen können. Das wird für den Rückweg passende, denn der soll über die Fjorde Norwegens führen. Rauf heißt es: Spray und Rauch.

Für meine erste Reise in den Hohen Norden hatte ich mich so gut wie nicht vorbereitet, wir sind einfach losgefahren. Was mich auf der Fahrt besonders begeistert hat, waren die Stabkirchen, die wir entdeckt haben. Stabkirchen sind ganz besondere Holzkirchen, die mit einem Tragwerk aus senkrecht stehenden Masten errichtet wurden, im Gegensatz zu „normalen Holzbauten“, die immer mit waagrecht verbauten Balken gebaut werden. Dies gibt den Stabkirchen das ganz besondere Aussehen. Mehr
Im skandinavischen Raum wurden diese Kirchen in der Zeit erbaut, als das Christentum seinen Einzug hielt, also ab dem 12. Jahrhundert. Was besonders spannend ist, ist nicht nur die Bauweise, sondern auch die vielen heidnischen Symbole, die sich an den Kirchen finden. Das Christentum und der alte nordische Glaube existierten über 200 Jahre lang parallel, wurden jedoch inhaltlich nie vermischt. Man nimmt an, dass die Missionare die Symbole aus dem alten nordischen Glauben, wie Drachenköpfe oder Darstellungen Odins, nur duldeten, weil sie sie in irgendeiner Form umdeuten konnten. Das spannende beim Besuch der Stabkirchen ist die Suche nach diesen Symbolen!
Seit einigen Jahren ist es in den nordischen Ländern extrem schick, den Abend im Badezuber zu genießen. Kein Wunder – im Sommer sind die Nächte lang, verdammt lang und die Temperaturen aber so, dass man nicht unbedingt ohne Jacke draußen sitzen kann. Warum also nicht eine Außenbadewanne ordentlich anheizen und dort dann gemütlich chillen?